NEOS 11710 Aleph Vol2 3

 

Nicolaus A. Huber (*1939)
[01] Der entkommene Orpheus (2001) for guitar quartet 14:02

Alberto Hortigüela (*1969)
[02] Die Sprache ist die Strafe (2015) for guitar quartet 08:35

Irene Galindo Quero (*1985)
[03] Ziffer h Hut (2011) for guitar quartet 10:13

Mathias Spahlinger (*1944)
[04] entfernte ergänzung (2012) for four (or three or two) guitars 14:26


total playing time 47:17

World premiere recordings

Bestellnummer: NEOS 11710
EAN: 4260063117107
Erscheinungsdatum: 25. März 2017

 

 

 

NEOS 11208 Aleph 3

 

Georg Friedrich Hass (*1953) - Quartett für 4 Gitarren 

Beat Furrer (*1954) - Fragmentos de un libro futuro (für Sopran und Gitarrenquartett) 

Manuel Hidalgo (*1956) - (Kampftanz)

Helmut Oehring (*1961) - Mich.Stille. 

Markus Hechtle (*1967) - Linie mit Schraffur (Gitarrenquartett und Klarinette) 

Petra Hoffmann, Sopran
Ernesto Molinari, Klarinette 

Bestellnummer: NEOS 11208

EAN: 4260063112089

 

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BERNHARD LANG

The Cold Trip

Catalogue No.: 

0015018KAI

EAN Code: 

9120040735173

Artist(s):

Sarah Maria Sun, Aleph Guitar Quartet, Juliet Fraser, Mark Knoop

World premiere recordings


zeller 04 3

 

Fredrik Zeller

Spalt

Aufgewirbelt

Profluvium

Winter ADE

Fusion

Studie zu "Bögen schlagen"

Zwischentraum

 

Erscheinungsjahr: 2002                         WER 6551 2


GEORG FRIEDRICH HAAS – QUARTETT FÜR 4 GITARREN Schon in meinen früheren Stücken habe ich die Saiten der Instrumente in der Absicht um- stimmen lassen, dass durch das Spielen mit den leeren Saiten alleine bereits ein Oberton- akkord entstehen kann. Bei der Gitarre geht dies relativ einfach: Man muss nur die tiefste Saite einen Ganzton nach unten stimmen, die 3. Saite etwas mehr als einen Halbton tiefer und die zweite Saite etwas weniger als einen Halbton höher. Wenn dann auch alle Quarten und Quinten rein und exakt gestimmt werden, entsteht mit den sechs leeren Saiten ein Akkord aus dem 2., 3., 4., 5., 7. und 9. Teilton des Kontra-D: D–A–d–fis (minus 1/12-Ton), c’ (minus 1/12-Ton), e’. Anders als z. B. bei der Violine ist es dank der Bünde möglich, trotz der ungewohnten Stimmung relativ sicher zu intonieren. Aus ästhetischen Gründen verlangt die Reinheit des Klanges der leeren Saiten nach einer Trübung: Daher ist die 2. Gitarre einen Zwölftel- ton tiefer gestimmt als die erste, die 3. Gitarre zwei Zwölfteltöne (= ein Sechstelton) tiefer, die 4. Gitarre drei Zwölfteltöne (= ein Viertelton) tiefer. Die Musik lebt vom Kontrast zwischen diesen von der Obertonreihe abgeleiteten »reinen« Akkorden (einschließlich deren zwölfteltönigen bzw. vielfach zwölfteltönigen »Schatten«) und im freien mikrotonalen Raum komponierten sechstel- bzw. vierteltönigen Passagen, die harmonische Konzepte von Ivan Wyschnegradsky aufgreifen. Dazwischen schiebt sich immer wieder ein »Singen« in zwölfteltönigen Clustern. Dieses Zusammenklingen von sehr eng beieinander liegenden Tonhöhen ist zwar nicht mehr ein Einklang, aber auch noch nicht als Akkord, sondern bildet einen schwebungsreichen Klang, der in der Komposition wie ein expressives Unisono eingesetzt wird. Das Quartett für 4 Gitarren entstand auf Anregung von Christian Scheib für das Aleph Gitarrenquartett und das Musikprotokoll 2007.

Georg Friedrich Haas 


FRAGMENTE EINES ZUKÜNFTIGEN BUCHES

Du kreuzt mich, Tod, mit deinem riesigen Umhang aus gelben Schlingpflanzen

Du starrst mich an. Von alters her kennst du mich und ich dich.

Langsamer, sehr langsamer Tod, in der so langsamen Schönheit des Herbstes.

Wenn dies die Stunde sei gib mir die Hand, Tod, um mit dir einzutreten ins goldene Königreich der Schatten.

José Ángel Valente (1929–2000)

Aus Fragmente eines zukünftigen Buches © Die Erben von José Ángel Valente · Übersetzung: Andrés Hernández Alba

 

MICH.STILLE. (AUS: CRUSING / OPFER)

Es geht um das Verschwinden

Um das Imaginäre und die Anwesenheit von Körpern

Immer um das Suchen

Um Orte

Und das Unerwartete

In dieserseltsamen Welt

in der Hälfte dieser Welt

in der es jetzt dunkel ist

muss ich Das jagen

Was von Träumen lebt...

 

Helmut Oehring



LINIE MIT SCHRAFFUR für Gitarrenquartett und Klarinette

Den Stift auf das karierte Papier setzen und vorwärts zittern.

Die Linie führen und jede unnötige, jede überflüssige Bewegung vermeiden.

Warten und dann in einer Bewegung agieren.

Keine Angst vor Leere und Verlust.

Vorwärts zittern.

Hoffen, dass in diesem Zittern alles schon verborgen, alles schon verloren ist.

Einfach sein.

Keine Angst vor Gestalten im Nebel.

Niemals den Stift vom Papier nehmen.

Kontakt halten.

Vorwärts zittern.

Weiter, immer weiter.

 

Markus Hechtle 

 


PRESSESTIMMEN ZUR CD

 ...Spass macht die gesamte CD des 1993 gegründeten Aleph Gitarrenquartetts. Dies ist den Komponisten zu verdanken, aber auch die grandiose Produktionsleistung des SWR trägt ihren Teil dazu bei. Ungeheuer räumlich klingen die Einspielungen. Deutlich sind die Instrumente zu lokalisieren, mit sicherem Mass wurden sie mikrophoniert. An keiner Stelle verflüchtigt sich der Klang, an keiner Stelle klingt es zu aufdringlich oder zu trockenanalytisch. Zum insgesamt positiven Eindruck trägt das Quartett wesentlich bei. Zur guten Kompilation verschiedener Stücke gesellen sich eine stupende Musikalität und überzeugende Annäherungen an jedes der fünf Werke. Aleph agiert weitestgehend selbstständig; durch Hilfe der Pro Helvetia oder der Ernst von Siemens Musikstiftung kann das Quartett eigene Kompositionsaufträge vergeben. Ein «Prosit» auf diese CD: mögen noch viele Werke entstehen für diese hoch interessante Besetzung und diese grossartigen und phantasievollen Musiker!

 

 

 


Nr. 119/2012

Georg Friedrich Haas ist ein grossartiger Komponist. Eindrücklich unter Beweis gestellt hat er es nicht nur mit seinen 2010 in Donaueschingen uraufgeführten limited approximations. Anschauungsmaterial für seine hohe Kunst im Umgang mit Mikrotönen und des organischen Auf- und Abschwellens gibt es aber schon vorher, etwa in seinem 2007 entstandenen Quartett für vier Gitarren. Der nüchterne Titel ist Programm. Sehr rein, ja fast aseptisch klingt das 14-minütige Werk. Oft lässt Haas auf leeren Saiten spielen, die den «schnellen Tod» von Gitarrentönen sterben. Natürlich sind die Saiten umgestimmt, Quarten und Quinten rein intoniert. Laut Haas verlange dies «aus ästhetischen Gründen nach einer Trübung». Sie entsteht in Form von kleinen, zwölfteltönigen Umstimmungen der zweiten und dritten Gitarre.
Haas’ frappierend sichere Handhabe der Gitarren mitsamt ihrer diversen Spieltechniken ist spektakulär. Aber auch die anderen Komponisten auf dieser CD, Beat Furrer, Manuel Hidalgo, Helmut Oehring und Markus Hechtle, nähern sich dem Instrument mit Phantasie. An Leo Brouwer, jenen kubanischen Maestro, der das Klischee des «auch komponierenden Gitarristen» glücklicherweise nicht in der Art eines Mauro Giuliani oder Fernando Sor verkörpert, erinnert Hidalgos im Jahr 2000 entstandenes Stück (Kampftanz) für Gitarrenquartett. Perkussiv, gesättigt mit Schlägen auf den Gitarrenkorpus, Rasgueados und Bartók-Pizzicati ist das komprimierte Werk angelegt. Erreicht (Kampftanz) nicht die Kunsthöhe des Haas’schen Quartetts, so besticht es doch durch südamerikanische Vitalität ohne billige Melancholie.
Spass macht die gesamte CD des 1993 gegründeten Aleph Gitarrenquartetts. Dies ist den Komponisten zu verdanken – einzig Beat Furrers fragmentos de un libro futuro fällt durch seinen verkrampft bemühten Gestus etwas ab –, aber auch die grandiose Produktionsleistung des SWR trägt ihren Teil dazu bei. Ungeheuer räumlich klingen die Einspielungen. Deutlich sind die Instrumente zu lokalisieren, mit sicherem Mass wurden sie mikrophoniert. An keiner Stelle verflüchtigt sich der Klang, an keiner Stelle klingt es zu aufdringlich oder zu trockenanalytisch. Zum insgesamt positiven Eindruck trägt das Quartett wesentlich bei. Zur guten Kompilation verschiedener Stücke gesellen sich eine stupende Musikalität und überzeugende Annäherungen an jedes der fünf Werke. Aleph agiert weitestgehend selbstständig; durch Hilfe der Pro Helvetia oder der Ernst von Siemens Musikstiftung kann das Quartett eigene Kompositionsaufträge vergeben. Ein «Prosit» auf diese CD: mögen noch viele Werke entstehen für diese hoch interessante Besetzung und diese grossartigen und phantasievollen Musiker!
Torsten Möller

 

 

 

 

 

 

 

 

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